· 

Der Plan - Teil 2

 

Nach diesem grandiosen Zeiler dachte ich mir: „Ok ich bin euch auf die Schliche gekommen“. Für mich war nach diesem Fisch klar, es müssen alle Ruten auf 4 Meter Tiefe mit wenig Beifutter und attraktiven Ködern gelegt werden.

Am nächsten Morgen machte ich mich auf meinen Plan in die Tat umzusetzen. Für mich wenig verwunderlich, lief am Nachmittag wieder eine meiner Ruten ab. Ich durfte mich wirklich nicht beschweren, denn so wie die Fische, die ich fangen durfte aussehen, kann man schon von echten Schätzen sprechen.

 

 

Ein weiterer schöner Fisch fand den Weg in meinen Kescher
Ein weiterer schöner Fisch fand den Weg in meinen Kescher

 

Aber es machte mich stutzig warum immer nur ein Fisch zur Beisszeit ablief. Ich hatte mir ehrlich gesagter Weise etwas mehr erwartet. Die Dämmerung brach erneut herein und es tat sich absolut nichts mehr.

Nach einem guten Essen und einem Bierchen, schlief ich zufrieden ein. Ich rechnete nicht mit einem Biss und verfiel sofort in den Tiefschlaf. Mitten in der Nacht wachte ich von einem lautem plätschern auf. Ich dachte mir, „Was war das den bitte“. Ich öffnete die Zelttür und schon wieder. Platsch! Waren die Fische etwa zurückgekehrt? Im Licht der Sterne konnte ich springende Fische ausmachen. Ich war hellwach. An Schlaf war kaum noch zu denken, könnte doch jederzeit eine Rute ablaufen. Mittlerweile war es 4Uhr morgens geworden. Der erste Kaffee am Morgen tat gut und wärmte meine kalten Finger.

 

Der Fangrausch beginnt…

 

Die Sonne ging auf und die erste Rute Pfiff ab. „YES“, dachte ich mir. Jetzt läufts.

Ein kleinerer Schuppenkarpfen fand den Weg in den Kescher. Der Fisch wurde versorgt und als ich ihn gerade in den Sling geben wollte, um ihn zu fotografieren, schrie der Bissanzeiger schon wieder. Aber dieses Mal fühlte es sich schwer an. Die Knie zitterten beim ersten Anblick dieses außergewöhnlich gefärbten Karpfens. Wie er übers Netz glitt staunte ich nicht schlecht. Was für ein toller Ghosty.

 

 

Ghosty am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen
Ghosty am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen

 

Die Rute muss wieder raus, an Land wird sie sicher keinen Fisch bringen. Aber wo soll ich jetzt weitermachen? Um es kurz zu halten, es hörte einfach nicht mehr auf zu laufen. Hier ein kleiner Auszug der Fische die ich fangen konnte.

 

 

 

Das einzige was mir jetzt noch fehlte war eine richtige Bombe!

 

Ich entschied mich um 14:00 wieder die Taktik umzustellen. Mehr Futter großflächiger verteilt sollte es richten. Ich verteilte ca. 7kg meiner Futtermischung pro Rute. Nach dem Auslegen telefonierte ich noch mit Felix. Er entschied sich auch für eine Nacht nachzukommen. Wenn es schon so gut bei mir läuft.

 

Als Felix am späteren Nachmittag am See ankam, kannte man mir die Erschöpfung an. Fast kein Schlaf und noch immer nichts gegessen. Es zehrte an meinen Kraftreserven. Felix sagte:“ Ich leg nur schnell meine Ruten dann machen wir was zu essen“. Ich nickte. Er sagte noch zu mir „4 Meter hast du gesagt, oder?“. Ich lächelte und sagte: „Ja mit deinem Glück kommt die Bombe eh bei dir“.

 

Felix nahm das Boot mit und ruderte zu seinem Platz. Ich stand am Steg und beobachtete sein vorgehen genau. Um ehrlich zu sein wollte ich nur wissen wie lange er noch braucht. Denn mein Magen machte bereits unschöne Geräusche.

Wie er die letzte Rute gelegt hatte meldete sich mein Bissanzeiger wieder.

Ich dachte mir: „Wie bitte? So viel Futter und nach 4 Stunden schon der nächste Biss?“ Ich nahm die Rute auf und konnte ihn nicht bremsen. Der Fisch fuhr wie ein Zug unaufhaltsam Richtung Mitte des Sees. Ich fühlte mich nicht so als hätte ich die Kontrolle über den Fisch.

Ich schrie zu Felix: „Du kannst schon kommen, da hängt die Bombe dran“. Wie recht ich behalten sollte.

30 Minuten lang gab der Fisch alles. Aber der Gewinner war schließlich ich.

Ein breiter Rücken ragte aus dem Kescher.

 

 

Da war sie nun. Meine ersehnte Bombe
Da war sie nun. Meine ersehnte Bombe

 

Ich war überglücklich.

Wenn man diesen Moment dann noch mit einem guten Freund teilen kann, ist er wahrlich perfekt.

Nach Burger und Bier fiel ich in die Liege und hoffte insgeheim nur, dass ich bitte durchschlafen kann. Um es anders zu sagen ich war total am Sand.

Am nächsten Morgen wurde ich vom Bissanzeiger geweckt und es fand schon wieder ein Zeiler den weg in meinen Kescher. Ich informierte Felix und er kam, um die Fotos zu machen.

 

 

Ein wunderschöner kleiner Zeiler
Ein wunderschöner kleiner Zeiler

 

Ich legte die Rute nicht mehr neu. Denn am späten Vormittag mussten wir schon wieder den See verlassen.

Felix hatte leider noch nichts gefangen.

Wir standen an meinen Platz zusammen ich holte die letzte Rute ein bei Felix waren auch nur noch die Ruten im Wasser. Meldete sich seine Funkbox doch noch und das mit einem Dauerton. Felix rannte zu seinem Platz.

Ich packte die Ruten schnell ins Futteral und fuhr gleich mit dem Auto zu seinem Platz rüber. Ich erkannte an seinem Gesichtsausdruck das da was Großes am anderen Ende sein muss. Der Drill zog sich in die Länge. Felix sagte während des gesamten Drills nicht ein Wort. Ich wollte den Teufel nicht an die Wand malen und schwieg ebenfalls.

Ein lautes „YES“ schrie Felix als der Fisch über den Rand des Keschers glitt. Mir fehlten die Worte.

Ich hatte es gestern schon vorher gesagt die richtige Bombe hängt bei Felix dran. Ein praller Schuppenkarpfen mit über 28kg war das Ergebnis dieses heftigen Drills.

Schaut euch diesen Wahnsinns Fisch doch mal an.

 

 

Jackpot. Overnight Bombe für Felix
Jackpot. Overnight Bombe für Felix

 

Mit diesem Fisch endete meine oder besser gesagt unsere Session.

Ich möchte euch zu guter Letzt noch eines ans Herz legen: Bleibt am Wasser für alles offen und versucht so flexibel wie möglich zu sein. Dann bin ich mir sicher das auch euer Plan aufgehen wird.

 

Ich wünsche euch ein kräftiges Petri Heil am Wasser und Tight Lines 

 

Euer Patrick  

Kommentar schreiben

Kommentare: 0