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Der Plan - Teil 1

Hallo liebe Leute, ich darf euch heute zu einer meiner anstrengendsten aber auch erfolgreichsten Sessions entführen, die ich je hatte.

 

Alles begann wie so oft im Winter als ich mein Jahr durchplante und wie jedes Jahr sollte es auch dieses Jahr im Frühjahr an eine mir mittlerweile sehr bekannte jedoch auch sehr launische Schottergrube gehen.

Die Schottergrube ist bis zu 10m tief also nicht unbedingt ideal fürs Frühjahr jedoch befinden sich echte Schätze im See die quasi nur darauf warten geborgen zu werden. Aber die Karpfen stehen unter einem sehr hohen Angeldruck und sind sprichwörtlich mit allen Wassern gewaschen.

Es kommt aber immer anders als man denkt.

 

War im Jänner noch alles wie geplant, kam Ende Februar alles anders. CORONA machte das Land unsicher und es wurden sogar die Seen gesperrt. Eine echte Katastrophe!!!! Sowas kann man leider nicht einplanen und somit hatte ich auch keinen Notfallplan dazu.

Nun machen wir einen Zeitsprung, nämlich zum Freitag vor meiner Session (die Session war von Samstag bis Freitag geplant). Noch immer sind die Seen gesperrt. Um ehrlich zu sein habe ich schon gar nicht mehr damit gerechnet, dass die Session stattfinden kann. Aber es kommt immer anders als man denkt. Als das Telefon läutete und ich mich im Gespräch mit dem Besitzer des Sees befand und er zu mir sagte: „Ab morgen ist der See wieder offen“, waren meine Gefühle zweigeteilt. Einerseits voller Vorfreude andererseits hatte ich noch nichts vorbereitet und war leicht überfordert mit der Situation.

Ok jetzt muss es schnell gehen. Auto zusammenpacken, nötiges Tackle besorgen und das wichtigste das richtige Futter musste mit.

Mit dem vollgepackten Auto fuhr ich ins Kugelschmiede Hauptquartier. Was mitnehmen war nur mehr die Frage? Ich entschied mich für Zolution Boilies in 20mm und einen neuen Prototypen der in der „Basic Range“ Platz finden wird. Einen, rein auf Kohlenhydraten basierenden, Boilie in 16mm. Schnell noch Partikel aus dem Gefrierschrank und auf gehts.  

 

Zolution Boilie
Zolution Boilie
Prototyp
Prototyp

Am nächsten Morgen fand ich mich am Ufer des Sees wieder und machte sofort springende Fische ausfindig. Platzwahl Check.

Als erstes habe ich gleich die Ruten mit kleinen Pop Ups bestückt und in die Richtung der springenden Fische geworfen. Vielleicht lässt sich ja ein schneller Biss provozieren. Leider ging dieser Plan erstmal schief und aus dem schnellen Biss wurde nichts. Am Nachmittag wurden neue Stellen mit dem Boot gesucht. Ich lege beim ersten ablegen der Ruten immer wert darauf so viel wie möglich auszutesten. Also wurden die Ruten strategisch in Wassertiefen von 2 bis 6 Metern Tiefe verteilt. Auch bei den Ködern kam vom Pop Up bis zum kleinen Schneemann alles ans Haar. Wichtig für mich ist ebenfalls auf verschiedene Farben zu setzten.

Der letzte Meter bringt den Fisch
Der letzte Meter bringt den Fisch

Ohne wirklich gutes Gefühl ging ich in die erste Nacht.

Für mich wenig überraschend, wachte ich nicht vom Ton aus dem Receiver, sondern vom Wecker kurz vor dem ersten Tageslicht auf.

Das Wasser war im Gegensatz zum Vortag spiegelglatt und es zeigten sich keine Fische. Die Zeit verstrich und die morgendliche Beisszeit war vorbei. Was tun? Ich entschied mich die Ruten liegen zu lassen. Vielleicht hat sie ja der Trubel am Wasser etwas verschreckt?

Der Tag und die darauffolgende Nacht verstrich ereignislos. Jetzt reichts mir, dachte ich mir und legte die Ruten mit anderen Farben der Pop Ups auf leicht veränderte Plätze. Als Futter verwendete ich einen Partikelmix und eine Handvoll Prototypen Boilies.

Ich versank am Stuhl mit einem Bierchen in der Hand und den Blick immer aufs Wasser gerichtet. Was gibt es den bitte viel Schöneres. Aja eines wäre da schon noch dachte ich mir. Den Gedanken konnte ich nicht fertig denken Pfiff die linke Rute, die ich mit dem FMP1 Prototypen Pop Up in 4m Tiefe platziert hatte, ab. Der Fisch nahm ordentlich Schnur und ich spürte in der Rute die schweren Kopfschläge. Bitte nicht aussteigen dachte ich mir. Der Drill zog sich in die Länge. Während des gesamten Drills dachte ich mir nur hat der Stein meiner Montage ausgelöst, wie ist der Hakensitz, kann das gut gehen.

Als ich den Fisch das erste Mal zu sehen bekam rutschte mir fast das Herz in die Hose. Definitiv Ü20 und was für Schuppen sind denn da auf dem Fisch. Im Moment, wo der Fisch über meinen Kescher Rand glitt, konnte die Freude nicht größer sein. „Was für ein mega Fisch“ dachte ich mir. Wie man weiß sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Seht doch selbst.

Was für ein krasser Fisch zum Einstieg
Was für ein krasser Fisch zum Einstieg

Die Rute musste genau dort wieder hin und zwar so schnell wie möglich. Mittlerweile begann es schon zu Dämmern. Mein Bauchgefühl wurde nun immer besser und ich erschrak am nächsten morgen vom Handywecker. Warum, warum, warum ist bitte schon wieder nichts in der Nacht gegangen. 

Nun musste ich mit dem arbeiten was ich hatte. Ich dachte mir, der Fisch gestern kam auf 4m Tiefe also muss eine zweite Rute auf diese Tiefe.

Dieses Mal mit einen Zolution Schneemann. Das was mir klar wurde war, dass anscheinend die Beisszeit von 15:00 bis 19:00 Uhr war.

Für mich war eines klar. Um das maximale rausholen zu können, müssen die Ruten zu dieser Zeit perfekt liegen. Gesagt getan. Um die Mittagszeit legte ich alle Ruten neu. Wenig überraschend lief tatsächlich die Schneemannrute ab und ein weiterer wunderschöner Fisch fand den Weg in meine Hände.

 

Bei so einem Fisch ist die Größe nebensächlich
Bei so einem Fisch ist die Größe nebensächlich

Nach diesem Fisch war mir klar, dass ich mit dieser Strategie genau ins Schwarze getroffen habe.

Ob dieser Fisch der Wendepunkt einer bislang durchwachsenen Session war, erfährt ihr demnächst im zweiten Teil meiner Story „Der Plan“.

 

Tight Lines

 

Patrick 

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